Trainingslager Badenweiler – 29.05.-01.06.2025

Tag 1

Aller Anfang ist leicht – zumindest war das fürs Trainingslager so geplant. Zum Auftakt standen entspannte 60 Kilometer am Nachmittag der Anreise auf dem Programm. Dass die geplante Strecke dabei mit satten 1500 Höhenmetern aufwartete, konnte man beim ersten Blick auf das Höhenprofil jedoch leicht übersehen. Der Start verlief moderat hügelig am Südostrand des Schwarzwalds – für 87,5 % der Teilnehmer pünktlich um 15:00 Uhr – und ließ noch nicht erahnen, dass im letzten Drittel bereits der erste längere Anstieg des Wochenendes wartete.
Die Stimmung war gelöst, die Beine locker, und das Wetter mit über 20 °C und strahlendem Sonnenschein schlicht perfekt. Die viel diskutierten aerodynamischen Vorteile von Einteilern wurden bei den ersten flotteren Abfahrten direkt einem Praxistest unterzogen – mit eindeutigem Ergebnis pro Einteiler.Um gleich zu Beginn nicht zu viel Pulver zu verschießen, lautete der präsidiale Rat, die Anstiege im Bereich bis 90 % der Schwellenleistung zu fahren. In Zeiten elektronischer Leistungsmessung sollte das eigentlich gut umzusetzen sein. Offenbar waren aber nicht alle Powermeter sauber kalibriert oder bei der Umrechnung von Prozent in Watt wurde etwas großzügig aufgerundet, denn das Tempo wurde bald eher ambitioniert.
Nach etwa 30 Kilometern folgte ein landschaftlich reizvoller, aber ziemlich steiler Anstieg, an dessen Fuß manche Fahrer ihre guten Vorsätze zurückließen und ordentlich aufs Gas drückten. Das Resultat: die für Rennradgruppen typische Mischung aus mit- und gegeneinander Fahren. Neben dem Genuss der Aussicht rückte der sportliche Ehrgeiz zunehmend in den Vordergrund.
Nach Sammeln der Gruppe ging es über welliges Terrain und eine kleine Abfahrt in den finalen langen Anstieg des Tages: 14,5 km mit knapp 600 Höhenmetern. Die ersten zwei Drittel waren flach genug, um die Gruppe zusammenzuhalten, bevor auf dem steileren Schlussstück jeder sein eigenes Tempo fuhr. Oben angekommen wartete die verdiente Belohnung: eine traumhafte Aussicht – und eine ebenso traumhafte 8 km lange Abfahrt zurück nach Badenweiler. (Ulf Quentin)

Tag 2

Tag zwei unseres Trainingslagers stand an und wir starteten nach ausgiebigem Frühstück auf unsere geplante Strecke mit 112 Kilometer und 2200 Höhenmetern. Die ersten 35 Kilometer rollten wir flach aber zügig nach Merdingen, wo wir natürlich einen Abstecher auf den Jan Ullrich Platz machen mussten. Anschließend bekamen wir an einem knackigen 200 Höhenmeter Anstieg einen Vorgeschmack auf die heutige Etappe. Kurz darauf folgte unser erster großer Pass, der Schauinsland. 900 Höhenmeter schlängelten sich auf 15 Kilometern bis auf die Spitze. Oben angekommen fuhren wir den steilen und kurvenreichen Stohren hinunter bis zu unserer ersten größeren Pause im Münstertal. Nach Kaffee und Kuchen ging es direkt in den zweiten großen Anstieg des heutigen Tages. Es folgten nochmal harte 700 Höhenmeter auf 12 Kilometern bis auf den Kreuzweg. Anschließend folgte die wohlverdiente Abfahrt bis nach Badenweiler. Ein rundum gelungener Tag mit schöner Strecke. (Kilian Krämer)

Tag 3

Am dritten Tag stand mit 148 km und 3.440 HM die Königsetappe des diesjährigen Trainingslagers in Richtung Schluchsee an. Von Badenweiler aus ging es zunächst kurz bergab, bevor es mit moderatem Tempo in den ersten Anstieg des Tages den Kreuzweg von Sirnitz aus (10,5 km mit 700 HM) ging. Anschließend ging es in die Abfahrt nach Schönau, um die Flaschen einmal kurz aufzufüllen und Freundschaft mit einer Horde Porschefahrern zu schließen. Danach stand ein richtiger Rollerberg auf der Agenda (12,5 km, 450 HM) und über das Äulemer Kreuz (5,7 km, 310 HM) ging es zum Schluchsee auf etwa 950 Metern Höhe, was auch die deutlich angestiegenen Temperaturen erträglich machte. Der Verkehr rund um den See ist natürlich deutlich stärker, aber das Panorama lohnt es allemal, selbst wenn aktuell deutlich zu wenig Wasser im See vorhanden ist. Am Ende gab es an der Staumauer eine wohlverdiente längere Pause mit Pommes, Kuchen, Kaffee, Cola und Weizen. Nach zwei kleineren Anstiegen (5 km, 270 HM und 3,5 km, 240 HM) ging es in die über 10 km lange Abfahrt nach Mambach – ein Traum. Die Strecke bis zur Pause nach Zell wurde noch zum belgischen Kreiseln genutzt. Nach dem Flaschen auffüllen ging es kurz mit Kreiseln weiter, bevor Benedikt das geheime Highlight des Wochenendes in Sachen Tourenplanung präsentieren konnte. In Hausen stand eine Abkürzung über den Maiberg (ca. 70 HM) auf der Agenda. Wie auch immer es Strava und Komoot schaffen, hier einprozentige Steigungen anzukündigen, in der Praxis ist das eine eklige Wand in vier Abschnitten. Zunächst sehr kurz und steil an der Kirche vorbei, bevor es ganz kurz abflacht und wieder deutlich steiler wird. Dann folgt ein ziemlich ekliger Stich, an dem wir einen schiebenden Radler überholten. Sein gelbes Rad war vermutlich kein Indiz auf vergangene Tour-Teilnahmen… Zu allem Elend saß am Ende des Stichs noch ein völlig ausgezehrter E-Graveller, bei dem der Motor die Körperfülle nicht kompensieren konnte.

Nach dieser Tortur stand bei sommerlichen Temperaturen noch der Lipple-Pass (16,1 km, 590 HM) auf dem Plan. Dieser beginnt sehr flach, bevor er in der prallen Sonne deutlich steiler wird und sich in eine Zwischenabfahrt begibt. Am Ende konnte noch optional der Anstieg zum Hoch-Blauen (2 km, 220 HM) befahren werden, der eine grandiose Aussicht bietet. Die Abfahrt nach Badenweiler ist leider nach wie vor sehr bescheiden, aber dies tut der grandiosen Runde keinen Abbruch. (Christopher Alm)

Tag 4

Zum Abschluss des viertägigen Trainingslagers wurden bei erneut strahlenden Sonnenschein auf den umliegenden Weinbergswegen letzte harte Spitzen gesetzt.
Danach ging’s traditionsgemäß zur wohlverdienten Stärkung in die Eisdiele, gefolgt vom alljährlichen Abschlussfoto am Ortsschild von Badenweiler.

Die Bilanz der 4 Tage:
14h+ im Sattel, 375km und über 7.500 gesammelte Höhenmeter – starke Leistungen, starkes Team & ein gelungenes Trainingslager! (Jens Amthor)

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