Main-Spessart-Rundfahrt Karbach – 25.05.2025

Beim traditionsreichen Radrennen der Main-Spessart-Rundfahrt in Karbach gingen Jens und ich in der Klasse der Amateure an den Start – leider ohne Altersklassenwertung, sodass wir uns auch mit den ganz jungen Wilden messen mussten. Das Rennen war entsprechend stark besetzt und das Tempo von Beginn an hoch. Aber wenn man schon eine Rennlizenz löst, sollte man auch mal ein Lizenzrennen fahren.
Die Strecke hatte es in sich: eine 17 Kilometer lange Runde mit etwa 230 Höhenmetern, die fünfmal zu absolvieren war. Direkt nach dem Start ging es über eine 500 Meter lange Kopfsteinpflasterpassage und dann fast ohne Übergang in den ersten, längeren Anstieg mit teils zweistelligen Steigungsprozenten. Wer hier nicht voll da war, riskierte früh den Anschluss ans Feld zu verlieren. Obwohl bereits die ersten Lücken aufgingen, konnte ich mich im Hauptfeld halten und mich als einer der letzten über die Kuppe retten.
Danach ging es auf gesprungenen Betonplatten bergab, wo einige Fahrer bereits ihre Flaschen verloren – mir blieb das dank abgesenktem Luftdruck erspart (Streckenbesichtigung lohnt sich!). Ich konnte hier sogar ohne große Anstrengung ein paar Plätze gutmachen. Dieser erste entscheidende Streckenabschnitt trägt auf Strava übrigens den treffenden Namen „Hölle Nordbayerns“.
Der zweite Anstieg der Runde war kürzer, aber noch steiler und sorgte für weitere Selektion. Wieder konnte ich das Feld halten, und da es danach vor allem bergab ging, war klar, dass ich zumindest die erste Runde vorne überstehen würde. Jens hatte weniger Glück: Er erwischte keinen guten Tag, musste bereits in der ersten Runde abreißen lassen und konnte das Rennen nicht beenden.
Zu Beginn der zweiten Runde erwischte es dann auch mich am Anstieg – ich musste die vordere Gruppe ziehen lassen. Es bildete sich ein kleines Verfolgergrüppchen, in dem ich den Rest des Rennens verbrachte. Die Zusammenarbeit funktionierte phasenweise gut, auch wenn gegen Ende merklich die Kräfte schwanden und die Gruppe von Runde zu Runde etwas kleiner wurde.
In der letzten halben Runde waren wir noch zu sechst, als in Erwartung des Zieleinlaufs das Tempo deutlich nachließ. Mehr aus Spaß an der Attacke als mit Blick auf das Ergebnis setzte ich auf dem letzten Kilometer zu einem kleinen Angriff an und konnte mich mit zwei Fahrern leicht absetzen – wurde auf der Zielgeraden aber noch übersprintet. Am Ende stand Platz 51 zu Buche – bei rund 80 Startern ein für mich durchaus akzeptables Ergebnis.

Ulf Quentin

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