Grenzerfahrung an der Zugspitze

Zugspitz Ultratrail 15.06.19  –    63,5km // 2984m Anstieg // 3345m Abstieg

Das sind die Eckdaten der Strecke Supertrail des Salomon Zugspitz Ultratrails, den Marius am 15.6.19 unter die Trailschuhe nahm. Geplant war dieser nicht, da er den Startplatz kurzfristig angeboten bekam. Eine solche Möglichkeit schlägt man allerdings nicht aus, schließlich sind die Startplätze schon viele Monate vorher restlos ausverkauft.

Wiese dunkel

Der Start des Rennens befindet sich in Leutasch-Weidach. Dort geht es nur rund 4 km flach durch idyllisches Weideland, ehe der Supertrail zum ersten Mal keine Gnade zeigt: Die Strecke steigt auf wenigen Kilometern knapp 1000 Höhenmeter bis auf das Scharnitzjoch mit 2.048 m an. An manchen nahezu senkrechten Stellen ist es den Athleten nicht möglich zu gehen, es muss gekraxelt werden. Dennoch war der Ausblick über das Leutasch Tal auf das Karwendelgebirge gigantisch.

Nach dem Anstieg folgt ein langer Downhill durch unberührte Bergtäler über Schnee und Eis. Diese fordern den Läufern und Läuferinnen alles ab: Viele rutschen aus und stürzen.

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Nach über 1000 Höhenmetern im Downhill wartete im Tal die erste Verpflegungsstation auf Marius. Dort hieß es Flüssigkeit und Kalorien zuführen und Schlamm von zwei Stürzen entfernen.

Wiese hell

Anschließend ging es zwar flach, dafür wenig anspruchs- und reizvoll über 10 km auf Schotterwegen zur zweiten Verpflegungsstation am Schützenhaus Mittenwald. Hier war bereits ein Drittel der Strecke geschafft.

Berg

Über gemäßigte Höhenmeter ging es in schöner Kulisse zum Ferchensee. Nach einer halben Seeumrundung wartete Verpflegungspunkt 3. Auch hier wurden die Akkus mit Obst, Gummibärchen, Wasser und Iso gefüllt. Die Hälfte des Rennens war nun bewältigt!

Nun ging es weiter zur Partnachalm. Spätestens hier ertappte sich Marius dabei, verschiedene Gründe für einen DNF („did not finish“) zu suchen: Die Oberschenkel waren gebeutelt und ein sehr langes, anspruchsvolle Stück folgte noch.

Dennoch schüttelte er diese ab und begab sich auf die letzten 20 km mit 1.050 m auf- und höllischen 1.300 m abwärts.

Es folgte zunächst ein sehr steiler Anstieg über nie enden wollende, schmale Serpentinen. Oben feuerten Zuschauer die Läufer/innen mit Kuhglocken an. Dies machte die Stelle noch härter: So nah die Glocken auch schienen, waren sie noch mindestens 45 Minuten entfernt. Daher waren mehrere kurze Pausen unumgänglich.

Power Hike

Oben angekommen wartete die vorletzte Verpflegungsstation und der Gedanke, die meisten Höhenmeter geschafft zu haben. Dies war allerdings ein Trugschluss, schließlich ging die Strecke weitere 350 Höhenmeter bis auf den Osterfelderkopf hinauf. Der Gipfel begeisterte mit einem tollen Ausblick in das Tal über Garmisch-Partenkirchen. Allerdings ging es sofort wieder über wenig reizvolle, breite Zubringerwege steil bergab.

An einen sauberen Laufstil war nicht mehr zu denken. Die Oberschenkel machten immer wieder zu und das Bergablaufen war mit Schmerzen verbunden.

Die letzte Verpflegungsstation fiel wesentlich kleiner aus. Schließlich waren es „nur“ noch rund 7 Kilometer zum Ziel. Nach ein paar Snacks und Cola, galt es den berüchtigten Jägersteig zu bewältigten.

Dieser Abstieg forderte nochmals alles ab. Er war steil, die Muskeln waren Pudding und der Weg technisch anspruchsvoll. Es war volle Konzentration notwendig. Dennoch stürzten Läufer immer wieder über Wurzeln und Steine.

Schnee

Obwohl körperlich völlig alle, reichte die Kraft für eine Zielsprint über die letzten 2 flach abfallenden Kilometer ins Ziel. Das Tempo am Rande der Leistungsfähigkeit betrug hier 4:45 min/km – sonst ein sehr lockerer Dauerlauf.

Nach etwas mehr als 8:30h erreichte ich erleichtert über die geschaffte Leistung gegen 16:30 Uhr das Ziel.

 

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